Natur
Warschau, Masowien

Audioguide
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Audio-Spaziergang durch Warschau — 13 Stationen, 2 davon kostenlos anhören
13 Stationen 90 Min. 2,9 km
Der Kabacki-Wald (polnisch Las Kabacki) ist ein Naturschutzgebiet am Südrand von Warschau (Warszawa): mehr als 900 Hektar alter Mischwald, der direkt an der Endstation der Metrolinie M1 beginnt. Für Städtereisende ist er die einfachste Möglichkeit, aus dem Großstadttrubel in einen Wald mit über hundertjährigen Eichen und Buchen zu wechseln – und nebenbei auf ein spannendes Kapitel der Geschichte des Zweiten Weltkriegs zu stoßen. Ein Ausflug lohnt sich zu jeder Jahreszeit.
Mit der Metro M1 fährst du bis zur Station Kabaty; der Wald beginnt wenige Gehminuten östlich davon. Vom Zentrum dauert die Fahrt etwa 20 Minuten. Busse halten auch am Südrand beim Kulturpark Powsin und beim Waldbildungszentrum. Wer mit dem Auto aus Deutschland anreist – von Berlin sind es über die A2 rund 570 km –, sollte das Auto besser am Hotel lassen: Die Moczydłowska-Straße ist eine verkehrsberuhigte Wohnzone, Falschparken wird geahndet.
Das Reservat besteht seit dem 11. August 1980 und umfasst rund 903 Hektar, dazu eine Pufferzone von über 1.000 Hektar. Viele Baumbestände sind 120 bis 160 Jahre alt: Eichen, Kiefern, Buchen, Linden, Hainbuchen und Birken. Die Ostgrenze bildet die Warschauer Böschung (Skarpa Warszawska), die für das flache Warschau ungewohnte Höhenunterschiede bietet. Im Wald leben Rehe, Wildschweine, Füchse und Dachse.
Im Bereich Pyry erinnert ein Denkmal an die Kryptologen des polnischen Chiffrierbüros. Hier übergaben polnische Mathematiker im Juli 1939 ihre Erkenntnisse über die deutsche Chiffriermaschine Enigma an britische und französische Partner – Wissen, das später in Bletchley Park weiterentwickelt wurde. Außerdem gibt es im Wald Gräber und Gedenkstätten aus der Kriegszeit.
Der Eintritt ist frei, feste Öffnungszeiten gibt es nicht. Da es sich um ein Naturschutzgebiet handelt, darfst du nur die markierten Wege nutzen. Hunde sind seit Dezember 2017 verboten – auch angeleint. Feuer ist nur an der ausgewiesenen Stelle erlaubt. Nach schweren Stürmen kann die Naturschutzbehörde den Wald vorübergehend sperren, wie zuletzt 2022. Lohnt sich der Besuch? Ja – vor allem im Frühling, wenn die Buchen austreiben, und im Herbst. Gut kombinieren lässt er sich mit dem Kulturpark Powsin, dem Botanischen Garten oder dem rund 5 km entfernten Schloss Wilanów.
Wie viel Zeit solltest du einplanen? Für einen kurzen Spaziergang ab der Metro genügt eine Stunde, für einen Lehrpfad bis zu drei Stunden, für die Durchquerung bis nach Powsin ein halber Tag. Im Reservat gibt es weder Kiosk noch Café – nimm Wasser und einen Snack mit, nach Regen außerdem Schuhe, die Matsch vertragen.
Eintritt frei
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026