Paläste
Wilanów ist die barocke Sommerresidenz von König Jan III. Sobieski, errichtet 1681–1696 nach einem Entwurf von Augustyn Wincenty Locci und als „polnisches Versailles“ bekannt. Anders als die im 20. Jahrhundert zerstörten Warschauer Residenzen überstand der Palast die Teilungen und beide Weltkriege fast unbeschädigt – heute zählt er zu den wertvollsten Denkmälern der Hauptstadt und beherbergt das Museum des Palastes von König Jan III.
Sobieski kaufte Ländereien beim damaligen Dorf Milanowo und baute eine Residenz nach italienischer Mode: ein zentraler Corps mit reich verzierter Fassade, symmetrische Flügel, ein Ehrenhof und Gärten, die zum Teich hinabführen. Der Name Wilanów ist eine Polonisierung des lateinischen Villa Nova – „Neudorf“. Nach dem Tod des Königs blieb der Besitz über ein Jahrhundert in privater Hand; 1723–1729 wurden die Seitenflügel ergänzt, die dem Palast seine heutige weite, flügelartige Form geben.
Die Entscheidung, die Sammlungen öffentlich zugänglich zu machen, fiel 1805 – dank Stanisław Kostka Potocki. Damit zählt die Wilanówer Institution zu den ältesten Kunstmuseen Polens und Mitteleuropas. Die Innenräume bewahren originale Ausstattung und eine Porträtgalerie mit Bildnissen Königs Jan III.; in einem der Flügel arbeitet das Plakatmuseum, eines der ersten seiner Art weltweit.
Wilanów ist vom Warschauer Zentrum aus ein einfacher Halbtagesausflug mit dem Bus. Die Gärten mit dem Kanal sind ein beliebtes Spaziergelände; für die Palastinterieurs und Sonderausstellungen prüfen Sie aktuelle Zeiten und Tickets auf der Museumswebsite. Am ruhigsten ist es vormittags unter der Woche.
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