Technikdenkmäler
Księży Młyn ist der mächtigste Fabrikkomplex von Łódź – eine Gruppe von Textilfabriken, die ab 1824 auf diesem Gelände errichtet wurde und im 19. Jahrhundert zum Industriemperium von Karol Scheibler wurde. Angelegt nach dem Vorbild englischer Arbeitersiedlungen: Neben Spinnereien und Lagerhäusern gab es hier Gaswerke, Gleisanschlüsse und ein Feuerwehrhaus, aber auch ein Krankenhaus und eine Schule.
Karol Wilhelm Scheibler trug den Beinamen „Baumwollkönig" – von der Mitte der 1870er Jahre an bündelten seine Werke rund 60 % der Produktion und 55 % der Arbeiter der gesamten Textilindustrie des Königreichs Polen, sein Vermögen wurde bei seinem Tod auf 14 Millionen Rubel geschätzt. Die Arbeiter wohnten in den famuły, Backsteinhäusern in drei Reihen – insgesamt 25 Gebäude für etwa 3000 Bewohner; in den kleinsten 24-m²-Wohnungen lebten mitunter bis zu 12 Personen. Heute dienen die sanierten famuły weiterhin Wohnzwecken, und die längste Spinnerei der Stadt wurde in Luxus-Lofts umgewandelt.
Im Scheibler-Palast am pl. Zwycięstwa 1 befindet sich das Museum für Kinematografie – mit einem Fotoplastikon von 1900 und einem Oscar für Paweł Pawlikowskis Film „Ida" in der Sammlung. Der Herbst-Palast in der ul. Przędzalnianej 72, einst Wohnhaus des Schwiegersohns Scheiblers, beherbergt eine Filiale des Kunstmuseums mit dem berühmten Spiegelsaal, und in der ehemaligen Kutschenremise sehen Sie die Galerie Alter Kunst mit Bildern von Matejko oder Wierusz-Kowalski.
Auf dem Kopfsteinpflaster vor der Schule am Księży Młyn drehte man die Arbeiterszene von „Ziemia Obiecana" (Das gelobte Land), und im denkmalgeschützten Feuerwehrhaus an der ul. Tymienieckiego lag das Revier der Serie „Komisarz Alex".
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