Kirchen & Klöster
Kórnik, Großpolen
Die Allerheiligenkirche erzählt die zweite Hälfte der Kórniker Geschichte mächtiger Adelsfamilien. Im Schloss lebten die Górka, Działyński und Zamoyski, hier liegen ihre Grabmäler: Renaissancedenkmäler der Woiwoden von Posen und ein klassizistisches Grabmal aus schwarzem Marmor. Die gotische Kirche von 1437 bildet mit Schloss und Arboretum ein Geschichtsdenkmal.
Vollendet wurde die Kirche 1437 dank Łukasz I. Górka, damals Starost von Kościan. Die Górka gehörten zu den mächtigsten Familien Großpolens und besaßen Kórnik. Im 16. Jahrhundert machte Łukasz III. Górka, ein Anhänger der Reformation, die Stiftskirche zeitweise zu einem lutherischen Gotteshaus.
1836 brannte die Kirche ab. Wiederaufgebaut wurde sie 1838 nach Plänen von Francesco Maria Lanci, einem in Polen tätigen italienischen Architekten; aus dieser Zeit stammen Fassade und Gewölbe. 2011 wurde sie als Grablege der Besitzer von Kórnik zusammen mit Schloss und Arboretum zum Geschichtsdenkmal erklärt.
Stanisław Górka starb 1592 ohne Erben; das Schloss ging an die Czarnkowski, dann an die Grudziński und gehörte ab 1676 den Działyński. Teofila Działyńska, deren Grabmal in der Kapelle steht, ist der Legende nach die Weiße Dame, die nachts aus ihrem Porträt im Speisesaal des Schlosses tritt. Ein Nachfahre der Działyński, Władysław Zamoyski, übergab den Besitz einer Stiftung, die sich bis heute um Schloss und Sammlungen kümmert.
Die Kirche liegt an der Średzka-Straße, etwa 300 Meter vom Schloss, und lässt sich leicht mit Schloss und Arboretum verbinden. Das Innere ist vor allem rund um die Gottesdienste zugänglich; für die Grabmäler genügt eine halbe Stunde. Das schönste Foto der Fassade gelingt vom Platz vor dem Eingang im Nachmittagslicht.
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