Kirchen & Klöster
Auf der Landzunge des Kirchplatzes inmitten der Altstadt von Kłodzko erhebt sich die Stiftskirche Mariä Himmelfahrt — der älteste und wertvollste Tempel des Glatzer Kessels, der am 15. August 2016 in den Rang einer Stiftskirche erhoben wurde. Den Grundstein der heutigen Kirche legten 1344 die Johanniter auf Initiative des Prager Erzbischofs Arnoscht von Pardubitz, der in Kłodzko aufwuchs und dem Bau in seinem Testament namhafte Summen vermachte.
Die gotische Basilika wuchs in Etappen: Die Hussitenkriege stoppten die Arbeiten, die nach 1458 wieder aufgenommen wurden. Bis 1468 standen das Hauptschiff und der südliche Weiße Turm mit dem Malteserkreuz und der Jahreszahl 1465; der nördliche Schwarze Turm entstand von 1487 bis etwa 1522. Nach der Übernahme durch die Jesuiten 1624 erhielt das Innere seinen barocken Charakter.
Im Hochaltar von 1727–1729 steht unter einem geschnitzten Baldachin die gotische Figur der Glatzer Madonna, die Mitte des 15. Jahrhunderts aus Zedernholz gefertigt wurde. Das Innere füllen die Kanzel von Michael Klahr, Büsten von vierzehn Stadtpatronen von F. K. Veit und die Figuren der zwölf Apostel von 1680. Die Basilika ist gewaltig: Das Hauptschiff ist 53,7 m lang, und die Achse der Kirche ist um 41 Grad gegenüber der traditionellen Ostung verdreht.
Der Eintritt ist frei. An der Nordseite blieb das spätgotische Schwarze Tor erhalten — ein Überrest der alten Friedhofsmauer mit Figuren des heiligen Ignatius von Loyola, des heiligen Philipp Neri und des heiligen Franz Xaver. Neben der Kirche beginnt die Untergrund-Touristenroute durch die mittelalterlichen Keller der Stadt.
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