Kirchen & Klöster
Bralin, Großpolen
Die Holzkirche „Na Pólku“ („auf dem kleinen Feld“, in deutschen Quellen „Feldkirche bei Bralin“) steht allein auf einer leichten Anhöhe zwischen Feldern, knapp 2 km südöstlich von Bralin, und ist nur über Feldwege zu erreichen. Von außen wirkt sie bescheiden, doch ihr Innenraum misst 592 m² und soll laut Pfarrei bis zu 2000 Menschen fassen. Die Kirche von 1711 hat den Grundriss eines griechischen Kreuzes, vier Eingänge in alle vier Himmelsrichtungen und einen doppelseitigen Altar in der Mitte.
Die Anfänge des Ortes sind von Legenden umrankt. Der Überlieferung nach „wanderte“ ein Marienbild aus der Braliner Pfarrkirche mehrmals auf wundersame Weise auf das Feld, bis man es dort ließ – zuerst wurde ein Kreuz, dann eine Kapelle errichtet. Eine Handschrift von Ignacy Puchała aus dem Jahr 1888 berichtet, das Bild sei aus Frankreich an Burggraf Abraham von Dohna gelangt, der ab 1592 Herr von Bralin war. In der Reformation, 1560, übergaben die damaligen Besitzer, die Brüder von Maltzan, die erste Kirche an dieser Stelle den Lutheranern; ein katholischer Gottesdienst fand erst im Dezember 1598 wieder statt, nach 38 Jahren.
Der Überlieferung nach wurden hier während einer Epidemie 1630 zehn Menschen geheilt, die gelobten, beim Bau einer größeren Kirche zu helfen. Die heutige Kirche, gestiftet von Stanisław Drabik aus Rychtal, entstand 1711, weil immer mehr Pilger kamen. 1943 errichteten die Deutschen in der Nähe eine große Radarstation und erwogen, die Kirche niederzubrennen; nach einer Intervention von Pfarrer Antoni Menzel blieb sie verschont. Bei einer umfassenden Sanierung 1978–1987 wurden die Fundamente erneuert und die Malereien restauriert – 1993 dafür eine Ehrenmedaille von Europa Nostra.
Das Innere können Sie nach Absprache mit dem Pfarrbüro der St.-Anna-Pfarrei in Bralin besichtigen – telefonisch (+48 62 307 04 18) oder per E-Mail. Für einen Rundgang um die Kirche und den Blick über die Felder reichen 20–30 Minuten, mit Besichtigung des Innenraums rechnen Sie mit mindestens 45 Minuten. Am meisten los ist zu den Ablassfesten – Muttergottes vom Berge Karmel im Juli und Muttergottes von Pólko im September; wer die Kirche in Ruhe erleben möchte, wählt einen anderen Termin.
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