Kirchen & Klöster
Ozimek, Oppeln
Ozimek (früher Malapane) kennt man wegen der ältesten gusseisernen Kettenbrücke, doch wenige hundert Meter entfernt steht ein zweites Denkmal der preußischen Hütte und ihrer Menschen: eine weiße evangelische Kirche nach Entwurf von Karl Friedrich Schinkel, dem berühmtesten Architekten Preußens. Sie ist einer der wenigen Schinkel-Bauten im Oppelner Land, den Sie ohne Reise nach Berlin sehen können.
Die evangelische Gemeinde in Malapane bestand seit 1768, hatte aber ein halbes Jahrhundert lang keine eigene Kirche. Schinkels Entwurf wurde 1819–1821 ausgeführt und am 8. April 1821 geweiht. Anfangs gab es nur einen hölzernen Glockenturm mit zwei Glocken. Der Grundstein für den gemauerten Turm über der Vorhalle wurde am 19. September 1859 gelegt, ein Jahr später wurde der Turm geweiht.
Im Inneren gab es einst eine einzigartige neugotische Ausstattung – Altar, Kanzel, Empore, Fensterrahmen und Glocken –, gegossen in der örtlichen Hütte. Der Großteil davon fiel 1988 einem Brand zum Opfer. Obwohl die meisten früheren Gemeindemitglieder nach dem Krieg die Region verließen, dient die Kirche weiterhin den Lutheranern; seit 1962 ist sie Filiale der evangelisch-augsburgischen Gemeinde in Opole.
Die Kirche steht in einem Park am Ende einer Allee – das beste Foto vom Turm gelingt genau in dieser Achse, die Seitenfassade mit den Bogenfenstern sehen Sie am besten vom Friedhof aus. Der Innenraum ist meist zu den Gottesdiensten zugänglich. Für die Außenbesichtigung genügen 15–20 Minuten; verbinden Sie sie mit der Kettenbrücke über die Malapane und dem Hüttenmuseum, das am Wochenende geöffnet ist.
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