Kirchen & Klöster
Pelplin, Pommern
Die Kathedrale von Pelplin – Kathedralbasilika Mariä Himmelfahrt – ist die ehemalige Kirche einer Zisterzienserabtei und einer der größten Backsteinbauten der Gotik in Polen. Das Städtchen in der Landschaft Kociewie, südlich von Danzig (Gdańsk), überrascht mit einem fast 25 m hohen Hochaltar, gotischem Chorgestühl und barocken Orgeln. Gleich nebenan bewahrt das Diözesanmuseum die einzige Gutenberg-Bibel Polens. 2026 feiert Pelplin 750 Jahre Zisterzienser – mit deutlichen Wurzeln in Mecklenburg.
Pelplin liegt rund 55 km südlich von Danzig, 20 km von Dirschau (Tczew) und 32 km von der Marienburg (Malbork) entfernt. Züge der Strecke Dirschau–Bromberg (Bydgoszcz) halten im Ort, mit dem Auto erreichst du Pelplin über die Autobahn A1 (Ausfahrt Pelplin). Aus Deutschland kommend kombinierst du Pelplin am besten mit Danzig und der Marienburg.
Herzog Mestwin II. von Pommerellen holte Zisterzienser aus dem Kloster Doberan in Mecklenburg – zunächst 1258 ins nahe Pogódki, 1276 zog der Konvent nach Pelplin. Ab dem 14. Jahrhundert entstand die monumentale Abtei mit der dreischiffigen Basilika auf kreuzförmigem Grundriss; im 17. und 18. Jahrhundert folgte die barocke Ausstattung.
Nach der Aufhebung des Klosters durch Preußen 1823 wurde die Kirche 1824 Kathedrale des Bistums Kulm (Chełmno), seit 1992 der Diözese Pelplin. 1894–1899 wurde sie regotisiert. Am 6. Juni 1999 betete Johannes Paul II. in der Kathedrale. Seit 2014 ist das ehemalige Zisterzienser- und Kathedralensemble ein Geschichtsdenkmal (Pomnik Historii) – die höchste nationale Denkmalkategorie Polens.
Das Museum in der ul. Biskupa Dominika 11 heißt seit 2025 Museum der Gutenberg-Bibel und Sakralkunst. Sein Schatz ist eine zweibändige Gutenberg-Bibel aus Mainz (Mitte 15. Jahrhundert), die 1897 in der Diözesanbibliothek entdeckt wurde. 1939 brachte man sie über Paris und Großbritannien nach Kanada, wo sie den Krieg in einem Banktresor überstand; erst 1959 kehrte sie zurück. Seit 2025 ist sie in einer Dauerausstellung zu sehen, im Mai 2026 kam eine neue Ausstellung zur Geschichte der Zisterzienser hinzu.
Stand: Oktober 2026:
Unbedingt – Pelplin ist eine der großen, wenig bekannten Sehenswürdigkeiten Nordpolens und viel ruhiger als Danzig oder die Marienburg. Plane 2–3 Stunden ein. Wer Backsteingotik mag, findet hier eine der eindrucksvollsten Klosterkirchen des südlichen Ostseeraums – vergleichbar mit Doberan, aber mit einer außergewöhnlich reichen barocken Ausstattung aus Altären, Gemälden und Schnitzwerk. Eine deutschsprachige Führung lohnt sich, weil viele Details der Altäre und des Gestühls erst mit Erklärung lesbar werden. Im Winter ist der riesige Backsteinraum kalt; denk außerdem daran, dass ab November sonntags weder Kathedrale noch Museum besichtigt werden können.
Pelplin gehört zur Europäischen Route der Zisterzienserabteien, einer Kulturroute des Europarats – passend für Reisende, die schon Doberan oder Chorin kennen. Am Stadtrand liegt der Johannes-Paul-II.-Hügel, wo der Papst 1999 vor über 300.000 Gläubigen die Messe feierte. Zu besonderen Anlässen wie der Museumsnacht werden auch der Dachboden der Kathedrale und das Torhaus geöffnet. Mit Kindern empfiehlt sich eine kurze Runde: Hochaltar, die Kanzel mit Samson und dem Löwen und ein Blick auf die Gutenberg-Bibel. Für einen ganzen Tag Backsteingotik verbindest du Pelplin mit der Marienburg oder dem Städtchen Mewe (Gniew) mit seiner Ordensburg an der Weichsel.
Katedra: zwiedzanie pn–sob 9:00–17:00, w niedziele bez zwiedzania; muzeum: wt–sob 9:30–17:00 (ostatnie wejście 16:30), niedziele V–X 13:00–19:00, XI–IV nieczynne, poniedziałki zamknięte.
Muzeum 15 zł (ulgowy 12 zł, KDR 10 zł); bilet łączony muzeum + dawne opactwo cysterskie 25 zł (ulgowy 20 zł, KDR 16 zł); przewodnik 80/120 zł, w j. angielskim/niemieckim 100/160 zł (po rezerwacji).
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026