Wander- & Themenwege
Podzamcze, Schlesien
Rote Markierungen mit einem Fahrrad auf weißem Grund führen durch den gesamten Krakau-Tschenstochauer Jura – von Krakau nach Tschenstochau, entlang einer Kette mittelalterlicher Burgen, die man Adlerhorste nennt. Der Radweg der Adlerhorste ist knapp 190 km lang (genau 189,61 km) und führt an den Ruinen von Tenczyn, Rabsztyn, Smoleń, Ogrodzieniec, Bobolice, Mirów und Olsztyn vorbei. Die Strecke ist anspruchsvoll: Kurze, steile Anstiege, Sand und Steine lassen die Kilometer anders zählen als im Flachland.
Ihre Blütezeit erlebten die meisten Jura-Burgen unter König Kasimir dem Großen (1333–1370), als sie die südwestliche Verteidigungslinie des Königreichs Polen bildeten. Sie stehen auf Kalkfelsen und überragen bis heute die Umgebung. Der Wanderweg der Adlerhorste bestand schon lange; 1998 beschloss man, ein Pendant für Radfahrer zu markieren – ob der Weg 1998 oder 1999 angelegt wurde, wird unterschiedlich angegeben. Wie der Wanderweg ist er rot markiert, mit Schildern vom Typ R-1.
Auf Krakauer Seite beginnt der Weg in Bronowice Małe und führt über Mydlniki, Szczyglice und Brzoskwinia zur Burg Tenczyn in Rudno (erste Erwähnung 1319). Weiter geht es über Krzeszowice, das Kloster Czerna im Tal der Eliaszówka, Racławice und Olkusz nach Rabsztyn, dann über Golczowice und Cieślin zu den Ruinen von Bydlin und Smoleń. Im Mittelteil passiert der Weg die Burg Ogrodzieniec – die größte Festung des Jura – sowie Morsko, die Felsen von Podlesice, die Góra Zborów und die Felsen von Kroczyce. Es folgen Bobolice und Mirów (knapp eine halbe Stunde Fußweg voneinander), der Wachturm von Przewodziszowice, Ostrężnik, Olsztyn mit seinem 35 m hohen Rundturm und die Towarne-Hügel vor Tschenstochau.
Im 86 km langen kleinpolnischen Abschnitt verlaufen 44 % der Strecke abseits des Autoverkehrs und ebenso viele durch Wald; der höchste Punkt liegt auf 464 m, der tiefste auf 207 m. Sandige Passagen wurden befestigt, unterwegs gibt es Rastplätze mit Infotafeln und Kilometersteinen. Bobolice ist ein Beispiel für eine Burg, die nach Jahrhunderten als Ruine in jüngster Zeit wiederaufgebaut wurde.
Planen Sie für den ganzen Weg 2–3 Tage ein; Unterkünfte, Läden und Restaurants liegen nahe der Strecke, viel Gepäck ist also nicht nötig. Am besten eignen sich Gravel-, Cross-, Trekking- oder Mountainbikes mit breiten Reifen. Die Anreise per Bahn ist einfach: Tschenstochau und Krakau sind große Knotenpunkte, Krzeszowice liegt direkt an der Strecke, Olkusz etwa 500 m und Zawiercie knapp 7 km entfernt. Weniger Geübten werden die Abschnitte von Żarki zum Teich Amerykan in Złoty Potok und zu den Burgen Mirów und Bobolice empfohlen, überwiegend autofrei. GPX-Tracks gibt es auf den regionalen Tourismusportalen und in der App Rowerowa Małopolska.
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