Seen & Gewässer
Mikołajki (Nikolaiken), Ermland-Masuren
Der Mikołajki-See (Jezioro Mikołajskie, früher Nikolaiker See) ist ein schmaler Rinnensee, der drei große Seen Masurens verbindet: Tałty, Bełdany und Śniardwy. Durch ihn fließt Wasser aus dem mittleren und südlichen Teil der Großen Masurischen Seen, und an Mikołajki vorbei fahren Segler und Ausflugsschiffe. Wer Masuren vom Wasser aus erleben will, kommt früher oder später hierher.
Der See ist 5 km² groß, 5,8 km lang, bis zu 1,6 km breit und bis zu 25,9 m tief. Im Norden verbindet er sich unter der Straßenbrücke in Mikołajki mit dem Tałty-See, im Südwesten geht er ohne klare Grenze in den Bełdany-See über, und im Südosten öffnet er sich durch die Meerenge Przeczka zwischen dem Dybowski- und dem Popielski-Horn zum Śniardwy-See. Der Grund ist unruhig mit vielen Tiefstellen, zahlreiche Buchten bilden eine stark gegliederte Uferlinie. Am Westufer erstreckt sich die Johannisburger Heide (Puszcza Piska).
Die Stadt am See erhielt 1726 das Stadtrecht, 1843 belebte die neue regelmäßige Schifffahrt auf den masurischen Seen den Ort. Die erste feste Brücke über die Enge entstand bereits Anfang des 16. Jahrhunderts. Wahrzeichen der Stadt ist König Sielaw, eine Kleine Maräne: Sie finden ihn im Brunnen auf dem Plac Wolności und an der Promenade, und jedes Frühjahr wird seine Figur an einen Brückenpfeiler gekettet. Über die Enge zwischen Tałty- und Mikołajki-See führt eine Fußgängerbrücke von 2016, deren geneigter Pylon an Eissegler erinnert.
Eine lange Promenade führt am Hafen entlang, wo die Ausflugsschiffe ablegen. Mikołajki ist einer der Häfen der Żegluga Mazurska, die beliebteste Fahrt führt hinaus auf den Śniardwy-See. Segler und Motorbootfahrer finden Marinas, Verleihe und Service, und vom Mikołajki-See geht es weiter nach Norden Richtung Giżycko oder nach Süden über den Bełdany-See.
Am 21. August 2007 fegte ein Unwetter mit Böen bis etwa 130 km/h über den See. Binnen 10 Minuten kenterten und sanken Dutzende Boote, 12 Segler kamen ums Leben. Es war der tragischste Tag in der Geschichte der Schifffahrt hier und ist ein guter Grund, Wetterwarnungen ernst zu nehmen. In Mikołajki hat übrigens auch ein Observatorium des Instituts für Meteorologie und Wasserwirtschaft seinen Sitz.
Für einen Bummel über die Promenade und eine kurze Schifffahrt sollten Sie einen halben Tag einplanen. Juli und August sind Hochsaison mit vollem Hafen, Mai, Juni und September sind ruhiger. Prüfen Sie die Fahrpläne kurz vor der Reise, da sie sich in der Saison ändern. Auf dem Wasser gilt: Das Wetter in Masuren kann in Minuten umschlagen, tragen Sie eine Schwimmweste und halten Sie eine Unwetter-App bereit.
Eintritt frei
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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