Natur
Mikołajki (Nikolaiken), Ermland-Masuren
Das Naturschutzgebiet Łuknajno bei Nikolaiken (Mikołajki) ist ein flacher, schilfumsäumter See rund 5 km östlich der Stadt – bekannt vor allem für seine Höckerschwäne. Er war das erste Gebiet Polens auf der Liste der Ramsar-Konvention und wurde 1976 UNESCO-Biosphärenreservat. Du brauchst weder Boot noch Eintrittskarte: Von den Beobachtungstürmen am Ufer siehst du oft Hunderte Wasservögel und dahinter den Spirdingsee (Śniardwy), Polens größten See.
Der Łuknajno-See ist etwa 680 ha groß und über eine schmale Verbindung mit dem Spirdingsee verbunden. Er ist extrem flach: im Mittel nur 0,6 m, höchstens 3 m tief. Rund drei Viertel des Grundes sind mit Armleuchteralgen bewachsen, die flachen Torfufer säumen Schilf, Seggen und Weidengebüsch. Während des Vogelzugs rasten hier über 20.000 Wasservögel.
Schon 1937 wurde der See unter Schutz gestellt, 1947 entstand das Vogelschutzreservat (heute rund 1.189 ha). 1976 nahm die UNESCO Łuknajno in ihr Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ auf; 2017 wurde das Biosphärenreservat als „Masurische Seen“ auf den gesamten Landschaftsschutzpark Masuren ausgeweitet. Als Ramsar-Gebiet geben polnische Quellen 1977 bzw. 1978 an – in jedem Fall war es das erste des Landes. Zudem ist der See Vogelschutzgebiet im Netz Natura 2000.
Łuknajno ist vor allem ein Mauserplatz der Höckerschwäne: Im Sommer, wenn sie ihr Großgefieder wechseln und einige Wochen flugunfähig sind, sammeln sie sich hier – in den 1980er-Jahren waren es über 2.000 Tiere. Zu den Brutvögeln zählen Rohrdommel, Kornweihe, Fischadler, Kolbenente, Haubentaucher und Spießente; über dem Wasser jagt der Seeadler. Im Winter bleiben Schwäne und Blässhühner, solange es offenes Wasser gibt.
Plane 1,5–3 Stunden ein. Am schönsten ist es im Frühjahr, im Sommer zur Schwanenmauser und zur Zugzeit im Herbst. Der Eintritt ist frei.
Natürlich für Vogelbeobachter und Naturfotografen, aber auch für Familien, die eine flache, nicht zu lange Runde suchen – Kinder zählen von den Türmen gern Schwäne. Gegenüber dem trubeligen Hafen von Nikolaiken im Juli und August ist Łuknajno eine ruhige Alternative. Am schönsten ist das Licht am frühen Morgen, wenn über dem Wasser noch Nebel liegt und die Vögel am aktivsten sind. Wer mit dem Rad unterwegs ist, kann den Ausflug gut mit einer Runde entlang des Spirdingsees verbinden.
Von Nikolaiken fährst du auf einer Nebenstraße etwa 5 km nach Osten – auch mit dem Fahrrad ein kurzer Ausflug. Aus Berlin sind es bis Nikolaiken mit dem Auto rund 700 km, der nächste Flughafen ist Olsztyn-Mazury in Szymany (ca. 70 km). Zuständig ist der Landschaftsschutzpark Masuren (Krutyń 66, Tel. +48 89 742 14 05). Stand: Oktober 2026.
In Nikolaiken lohnen die evangelische Dreifaltigkeitskirche mit dem Museum der polnischen Reformation und die Uferpromenade am Hafen; vom Ufer bei Niedźwiedzi Róg hast du einen weiten Blick über die Inseln des Spirdingsees.
Eintritt frei
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Geprüft: Oktober 2026