Kirchen & Klöster
Koronowo, Kujawien-Pommern
Mit 72 Metern Länge prägt die Backsteinbasilika über der Brda seit mehr als sieben Jahrhunderten die Silhouette von Koronowo. Erbaut haben sie Zisterzienser, die ihre Abtei Ende des 13. Jahrhunderts aus dem nahen Byszewo hierher verlegten; die barocken Turmhauben und die Ausstattung ließ im 17. und 18. Jahrhundert Abt Ignacy Gniński hinzufügen. Das ehemalige Kloster hinter der Kirche dient seit 1819 als Gefängnis, besichtigen können Sie daher nur das Gotteshaus — doch das füllt gut eine Stunde.
Die Zisterzienser aus Byszewo verlegten ihren Hauptsitz in den Jahren 1288–1289 in das damals Smeysche oder Śmiewce genannte Dorf; die Gemeinde Koronowo datiert die Ankunft der Mönche auf 1288 und den Baubeginn auf das Folgejahr. Den Entwurf schreibt man einem Mönch namens Theodricus zu. Weil Byszewo so nah lag, verzichtete man auf provisorische Bauten und begann gleich mit dem Chor; in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts folgten das dreischiffige, siebenjochige Langhaus und eine Reihe von sieben Kapellen am Nordschiff. Das Bauende ist nicht überliefert, doch 1350 spendete die Abtei erhebliche Summen für den Dom in Gniezno, was auf eine damals vollendete eigene Kirche schließen lässt.
Ruhig blieb es nicht lange. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts brannte das Kloster, 1411 besetzte es der Deutsche Orden, und erst nach dem Thorner Frieden kehrte Stabilität ein. 1523 weihte Bischof Mikołaj Mściwy die Kirche und sieben neue Altäre, 1656 verwüsteten die Schweden die Anlage. Die Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert gehörte Abt Ignacy Bernard Gniński, der Innenraum, Fenster und drei gotische Giebel barockisieren und die Turmhauben aufsetzen ließ. Die preußischen Behörden hoben das Kloster 1819 auf, die Kirche wurde Pfarrkirche. Im Jahr 2000 wurde sie Kollegiatkirche, und am 9. Oktober 2010 erhob Papst Benedikt XVI. sie zur Basilica minor.
Die ältesten Details müssen Sie selbst suchen. Am äußeren Querhausarm sind Reste eines Frieses aus farbig glasierten Fliesen aus dem 14. Jahrhundert erhalten, auf dem man die Verkündigung und eine Pietà erkennt. Im Chor haben zwei gotische Gewölbekonsolen in Maskenform aus dem frühen 14. Jahrhundert überdauert. Auch der Baukörper erzählt seine Entstehung: Die nördliche Kapellenreihe ist gotisch, die südliche wurde im 17. Jahrhundert barock angefügt. Unter der Kirche ist eine Gruft mit Bestattungen von Mönchen aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts bekannt.
Die Basilika steht an der ul. Bydgoska und ist eine aktive Pfarrkirche. Die Pfarrei nennt sonntags Messen um 8:00, 9:30, 11:00 und 12:30 Uhr sowie werktags eine Abendmesse um 18:00 Uhr; besichtigen Sie den Innenraum also außerhalb dieser Zeiten. Der Pommersche Zisterzienserweg empfiehlt, Besuche — vor allem von Gruppen — im Pfarrbüro anzumelden (Tel. +48 52 382 25 01). Im Sommer findet in der Kirche das Orgelfestival Mariackie Wieczory Kameralne statt, Anfang Juli feiert die Stadt ein Zisterzienserfest mit der Nachstellung der Schlacht gegen den Deutschen Orden von 1410. Planen Sie für die Kirche 45–60 Minuten ein und gehen Sie danach hinunter zur Brda oder zur gotischen Kirche St. Andreas, der ursprünglichen Pfarrkirche von 1382–1396.
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