Kirchen & Klöster
Rybnik, Schlesien
Zwei hoch aufragende Türme mit Kupferhelmen sind in Rybnik fast von überall zu sehen. Die neugotische Basilika St. Antonius, inoffiziell Kathedrale des Rybniker Landes genannt, gilt als höchste Kirche Oberschlesiens – polnische Quellen geben für die Türme rund 95 Meter an, wobei die genannten Höhen zwischen 80 und 97 Metern schwanken.
Die Kirche wurde 1903–1906 nach Plänen von Ludwig Schneider, einem Architekten aus Oppeln, aus Ziegeln der nahen Ziegelei in Wielopole errichtet. 1907 wurde sie gesegnet, 1915 geweiht. Bereits 1921 erlitt sie schwere Schäden, als am nahen Bahnhof acht Tonnen Sprengstoff explodierten – Mauern rissen, ein Turm neigte sich.
1945 war die Kirche so stark zerstört, dass ein Abriss erwogen wurde; die Rote Armee richtete darin eine Panzerwerkstatt ein. Am 14. Oktober 1959 brannte der Nordturm – das Feuer wütete in 60 bis 95 Metern Höhe, während die Feuerwehr mit nur gut zehn Meter langen Leitern machtlos zusehen musste. Der Turm wurde wieder aufgebaut, und 1993 erhob Johannes Paul II. die Kirche zur Basilica minor.
Die Basilika steht in der Mikołowska-Straße 4 im Zentrum von Rybnik; die Kościuszki-Straße verbindet sie mit dem Bahnhof. Für den Innenraum genügen 30 Minuten. Es ist eine aktive Pfarrkirche, besichtigen Sie sie außerhalb der Gottesdienste. Für ein Foto des ganzen Baus sollten Sie etwas Abstand nehmen – aus der Nähe passen die Türme kaum ins Bild. In Rybnik lohnt außerdem das historische Bergwerk Ignacy.
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