Burgen
Am Łuczański-Kanal, der die masurischen Seen Niegocin und Kisajno verbindet, steht eine ehemalige Ordensfestung aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Die Burg Lötzen entstand auf der sogenannten Lötzen-Insel als Sitz eines Ordensprokurators; nach gründlicher Renovierung beherbergt sie heute das Hotel St. Bruno. Vom Stadtzentrum führt hierher eine historische Drehbrücke, die bis heute von Hand bedient wird.
Eine hölzerne Festung stand hier früher — eine Erwähnung aus dem Jahr 1340 berichtet von einem in Lötzen residierenden Prokurator mit richterlichen, militärischen und Verwaltungsaufgaben. Die gemauerte Burg entstand vermutlich in den Jahren 1377–1380: Sie bestand aus einem Wohnhaus und einem rechteckigen Hof, umgeben von einer Mauer, hinter der ein Graben wartete. 1361 eroberten und brandschatzten die Litauer unter Kęstutis die Wehranlage, doch der Deutsche Orden baute sie wieder auf. Nach der Säkularisation des Ordens hatte hier ein herzoglicher Starost seinen Sitz, und Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die Burg im Renaissancestil umgebaut.
Im 19. Jahrhundert wurde die Burg teilweise abgetragen und blieb jahrzehntelang Ruine. Erst die moderne Renovierung stellte ihre frühere Gestalt wieder her — heute zählt sie zu den bekanntesten Bauwerken von Lötzen, der polnischen Hauptstadt des Segelns, die zwischen zwei großen Seen liegt. Das Objekt ist ganzjährig zugänglich; ein Besuch lässt sich gut mit einem Spaziergang am Kanal und einer Fahrt über die historische Brücke verbinden.
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