Technikdenkmäler
Der Ziegelturm in der Warszawska-Straße 37 ist das höchste Gebäude von Giżycko und eines der interessanteren Beispiele für die Umnutzung historischer Infrastruktur in Masuren. 1900 im neugotischen Stil erbaut, versorgte er die Stadt 96 Jahre lang mit fließendem Wasser und dient den Gästen heute als Aussichtsturm mit einem Café oben.
Unter dem Gewölbe des Turmes hing ein Behälter aus Zinkblech nach Plänen des Ingenieurs Otto Intze — 3,8 m hoch und 8 m breit, mit einem Fassungsvermögen von rund 200 Kubikmetern Wasser. Das gemauerte Bauwerk ist am Fuß 7,2 m breit, während sich die Krone, in der der Behälter stand, auf 9,06 m weitet. Zu beiden Seiten des Eingangs sieht man das Wappen von Giżycko und die Fahne Masurens.
Bis 1996 floss das Wasser von hier, dann wurde das Leitungsnetz umgebaut. Ein zweite Leben verdankt der Turm einem lokalen Unternehmer: Die 2009 abgeschlossene Sanierung kostete 3 Millionen Zloty, im Mauerwerk wurden 10.000 Ziegel ausgetauscht, und auf dem Dach entstand ein Café mit einer über die Baukörper hinausragenden Terrasse, bedeckt von einer Kuppel mit Wetterfahne. Im Inneren wurden drei Geschosse sowie ein Museum mit Erinnerungsstücken der alten Mazuren ergänzt.
129 Stufen oder ein Aufzug führen nach oben. Von der Terrasse sehen Sie das Stadtpanorama, den See Niegocin und die Festung Boyen. Der Turm ist in der Sommersaison von Mai bis September geöffnet und empfängt dann rund 40.000 Gäste — fast ausschließlich Touristen, die an die Seen kommen. Der Eintritt ist kostenpflichtig, Kinder bis sieben Jahre gehen kostenlos hinein; prüfen Sie die aktuellen Öffnungszeiten, denn im Hochsommer hat der Turm bis in den späten Abend geöffnet.
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