Museen
An der Ecke Poniatowskiego-Straße / Wojska-Polskie-Allee in Sopot steht die Villa Claaszen — eine denkmalgeschützte Residenz aus dem frühen 20. Jahrhundert, in der seit 2001 das Museum von Sopot untergebracht ist. Direkt am Strand erbaut und eines der drei markantesten Villen des Badeorts, trägt sie auch den Nachkriegs-Beinamen „Bierutówka“.
Das Grundstück an der damaligen Parkstrasse kaufte 1902 Ernst August Claaszen (1851–1924) — Danziger Kaufmann und Zuckerexporteur, Versicherungsmakler, amerikanischer Konsul und Kunstsammler. Die Villa entstand 1903–1904 nach Plänen des Danziger Baumeisters Walter Schulz. Romantische Stilisierung, unregelmäßiger Baukörper, hohe Dächer, Türmchen mit Zinkhauben und Erker machen sie zu einem kleinen Palais. Die Familie Claaszen wohnte hier bis 1928; danach gehörte das Haus den Meltzners, Besitzern einer Eisengießerei in Danzig.
Von September 1945 bis Oktober 1947 wohnte hier Eugeniusz Kwiatkowski mit seiner Familie, Regierungsbevollmächtigter für den Wiederaufbau der Küste. Später, als die Villa vom Ministerrat übernommen wurde, verbrachten Ministerpräsident Józef Cyrankiewicz und die Schauspielerin Nina Andrycz hier die Sommerferien.
1982 ging das Haus in das Eigentum der Stadt über, und 2001 eröffnete darin das Museum von Sopot. Im Erdgeschoss sehen Sie rekonstruierte Wohnräume mit einer Sammlung Danziger Barockmöbel, Danziger Barockstiche, englischer Grafiken um 1800 und Delfter Fayencen; im Obergeschoss finden Wechselausstellungen statt. Das Museum ist ganzjährig außer montags geöffnet, sonntags ist der Eintritt frei.
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