Kirchen & Klöster
Dąbrówka Kościelna, Großpolen
Das Heiligtum der Muttergottes des Trostes in Dąbrówka Kościelna ist ein Marienwallfahrtsort in Großpolen, zwischen Posen (Poznań) und Gnesen (Gniezno). Die weiße Kirche mit grünem Zwiebelturm thront auf einem Hügel über dem Dorf und bewahrt ein gekröntes Gnadenbild, zu dem jedes Jahr Tausende Pilger kommen. Wenn du die Puszcza Zielonka oder den Piastenweg erkundest, lohnt sich hier ein kurzer Halt.
Das Dorf gehört zur Gemeinde Kiszkowo und liegt Luftlinie rund 25 km nordöstlich der Posener Innenstadt sowie etwa 30 km von Gnesen entfernt. Aus Berlin erreichst du Posen über die Autobahn A2 oder mit dem Zug. Ab Posen geht es über Landstraßen weiter, am bequemsten mit dem Auto oder dem Fahrrad. An großen Ablasstagen wird es auf den Zufahrten und beim Parken eng.
Zum historischen Hintergrund: Die Gegend zwischen Posen und Gnesen gehörte im 19. Jahrhundert zur preußischen Provinz Posen und kam nach dem Ersten Weltkrieg zum wiederentstandenen Polen. Der Bau der heutigen Kirche fällt also in die Zwischenkriegszeit, als die Gemeinde nach dem Brand von 1925 ein neues, größeres Gotteshaus errichtete.
Die Pfarrei reicht ins 13. Jahrhundert zurück. Der Überlieferung nach begann die Verehrung im 17. Jahrhundert: Ein Marienbild an einer Eiche neben der Kirche soll Tag und Nacht geleuchtet haben. Die Kirchen auf dem Hügel hatten kein leichtes Schicksal. 1726 wurde der alte Bau durch einen größeren ersetzt, 1774 brannte die Kirche nach einem Blitzschlag ab, und 1925 zerstörte ein weiterer Brand die Kirche samt dem ursprünglichen Bild. Die heutige Kirche Mariä Himmelfahrt entstand 1930–1936 in Formen, die an den Spätbarock anknüpfen. Im Zweiten Weltkrieg fällten die deutschen Besatzer die legendäre Eiche. Nach dem Krieg wurde an ihrer Stelle ein neuer Baum gepflanzt.
Das heutige Gnadenbild ist eine Nachkriegskopie. Am 15. Juni 1969 krönte es Primas Stefan Wyszyński mit päpstlichen Kronen, laut Berichten vor rund 30.000 Gläubigen. 1989 rissen Diebe die Kronen ab, 1994 wurde das Bild erneut gekrönt.
Für den Besuch reichen 30–45 Minuten. Die Hauptablässe sind am 15. August und am ersten Sonntag nach dem 8. September. Dann erlebst du die Volksfrömmigkeit Polens besonders eindrucksvoll, musst aber auch mit Andrang rechnen.
Der Eintritt ist frei (Stand: Oktober 2026). Es handelt sich um eine aktive Pfarrkirche. Zuverlässig geöffnet ist sie vor allem rund um die Gottesdienste, offizielle Öffnungszeiten haben wir online nicht gefunden. Achte auf angemessene Kleidung und Ruhe während der Messe. Mit deutschsprachiger Beschilderung solltest du nicht rechnen.
Durch das Dorf führt außerdem der großpolnische Abschnitt des Jakobswegs.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026