Märkte & Altstädte
Sławków, Schlesien
Der Marktplatz von Sławków ist das Herz einer einstigen Stadt der Krakauer Bischöfe, die durch Blei und Silber und durch den Handelsweg von Kraków nach Wrocław reich wurde. Auf dem Platz steht ein Rathaus von 1905, an seinem Rand die hölzerne Austeria, ein altpolnisches Gasthaus mit Säulenlaube, das bis heute als Restaurant dient. Ein ruhiger Ort, an dem Spuren aus acht Jahrhunderten auf einem einzigen Platz Platz finden.
Sławków taucht 1220 in den Quellen auf, als Bischof Iwo Odrowąż die Einkünfte aus den Gasthäusern von Sławków dem Kloster in Prądnik bei Kraków zuwies. Das erste Dokument, das den Ort als Stadt bezeichnet, stammt von 1286. Blei- und Silbervorkommen sowie die Lage an der Handelsstraße Via Regia brachten im 13. Jahrhundert eine Blütezeit. Später folgten Überfälle und ein großer Brand im Jahr 1498. 1870 verlor Sławków das Stadtrecht und erhielt es erst 1958 zurück.
Offiziell hieß sie „Austeria Miejska w Sławkowie Pierwochą Zwana“ – das städtische Gasthaus von Sławków, genannt Pierwocha. „Pierwocha“ konnte das älteste oder ein erstklassiges Gasthaus bedeuten. Archäologen legten hier Fundamente aus dem 13. Jahrhundert frei, doch ob schon damals ein Gasthaus an dieser Stelle stand, ist unbekannt. Das heutige Aussehen des Gebäudes stammt aus dem 18. Jahrhundert; die Jahreszahl auf einem Deckenbalken wird als 1701 oder 1781 gelesen. 1862 wäre das Gasthaus wegen seines schlechten Zustands beinahe abgerissen worden – gerettet haben es die Pächter Izrael Blumenfelt und Salomon Frydman, die sich gegen eine 20-jährige Pacht zur Renovierung verpflichteten. Überliefert ist, dass König August II. der Starke vom 27. bis 29. August 1697 in Sławków tafelte und dabei mit bloßen Händen einen Silberbecher zerbrochen haben soll.
Das erste Rathaus aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts war eingeschossig, mit Mansarddach und Säulenlauben an allen Seiten. Das heutige Gebäude wurde 1905 nach einem gründlichen Umbau eröffnet. Tafeln an der Fassade erinnern unter anderem an die Republik Sławków, am Eingang steht ein Marmordenkmal in Form eines offenen Buches von 1985 mit den Namen der in den Jahren 1939–1945 gefallenen und ermordeten Einwohner. Auf dem Platz sehen Sie außerdem eine hölzerne Florianskapelle mit Schindeldach.
Der Platz ist rund um die Uhr zugänglich, für einen Rundgang genügt eine halbe Stunde. Die Austeria (Rynek 2) ist ein Restaurant – am einfachsten sehen Sie das Innere bei einer Mahlzeit. Auf dem Marktplatz treffen sich der rote und der blaue Wanderweg, auf denen Sie die Umgebung der Stadt erkunden können.
Eintritt frei
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