Denkmäler & Hügel
Danzig, Pommern

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Audio-Spaziergang durch Danzig — 13 Stationen, 2 davon kostenlos anhören
13 Stationen 95 Min. 3,8 km
Das Denkmal der gefallenen Werftarbeiter 1970 in Danzig (Pomnik Poległych Stoczniowców 1970, Gdańsk) – drei hoch aufragende Stahlkreuze mit Ankern auf dem Platz der Solidarność vor dem Tor Nr. 2 der ehemaligen Werft – erinnert an die Arbeiter, die bei der Niederschlagung der Proteste im Dezember 1970 getötet wurden. Es wurde am 16. Dezember 1980 enthüllt und war das erste Denkmal für Opfer kommunistischer Gewalt in einem kommunistisch regierten Land. Rund um die Uhr frei zugänglich und eines der Wahrzeichen Danzigs.
Im Dezember 1970 lösten Preiserhöhungen für Lebensmittel Streiks an der polnischen Ostseeküste aus. Am 16. Dezember 1970 wurde am Tor Nr. 2 auf Werftarbeiter geschossen, die das Gelände verließen: zwei Tote, elf Verletzte. In den folgenden Tagen gab es weitere Opfer in Danzig und Gdingen (Gdynia). Ein öffentliches Gedenken war zehn Jahre lang unmöglich.
Der Bau des Denkmals gehörte zu den Forderungen der Streikenden im August 1980. Einen Tag nach Streikende gründete sich ein Bürgerkomitee, unterstützt von Lech Wałęsa, Anna Walentynowicz und anderen Solidarność-Aktivisten. Die Behörden wollten das Gedenken auf eine Tafel beschränken oder den Standort verlegen – vergeblich. Gebaut wurde ohne staatliche Mittel: Bis zum 12. Dezember 1980 kamen durch Spenden 20 Millionen Złoty zusammen.
Zur Enthüllung am zehnten Jahrestag kamen Zehntausende. Um 17 Uhr läuteten die Kirchenglocken und heulten die Fabriksirenen der ganzen Stadt; Krzysztof Penderecki hatte dafür seine „Lacrimosa“ komponiert. Später verneigten sich hier unter anderem Papst Johannes Paul II., Margaret Thatcher und US-Präsident George Bush.
Entworfen wurde das Denkmal von Bogdan Pietruszka, Wiesław Szyślak, Wojciech Mokwiński und Jacek Krenz. Pietruszkas erster Entwurf sah vier im Kreis verbundene Kreuze vor; der Statiker Konrad Niklas hielt diese Konstruktion jedoch für zu windanfällig – daher die endgültige Form mit drei Kreuzen. Gebaut wurde in nur gut drei Monaten, damit die Enthüllung pünktlich zum Jahrestag stattfinden konnte.
Ja. Schon 15 Minuten vermitteln einen starken Eindruck, ideal in Kombination mit dem Europäischen Solidarność-Zentrum nebenan und der BHP-Halle. Der Platz ist eben und barrierefrei. Zu den Gedenkfeiern am 16./17. Dezember und am 31. August ist es sehr voll. Der Eintritt ist frei.
Der Platz der Solidarność liegt etwa 15 Minuten zu Fuß vom Hauptbahnhof Gdańsk Główny und 20 Minuten von der Rechtstadt. Nächster S-Bahn-Halt (SKM) ist Gdańsk Stocznia, Straßenbahnen halten am Platz. Parken kannst du kostenpflichtig am Solidarność-Zentrum. Aus Berlin bist du mit dem Auto in rund sechs Stunden in Danzig.
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Geprüft: Oktober 2026