Kirchen & Klöster
Sulejów, Łódź
Die Zisterzienserabtei Sulejów ist eine der am besten erhaltenen Zisterzienseranlagen Polens und ein Juwel der Romanik an der Pilica in Mittelpolen. Im Ortsteil Podklasztorze steht die steinerne Kirche St. Thomas Becket von 1232, umgeben von mittelalterlichen Wehrmauern und Türmen. Hier tagten polnische Fürstenversammlungen, und der Überlieferung nach betete König Władysław Jagiełło auf dem Weg zur Schlacht bei Tannenberg (Grunwald). Ein ruhiges Ausflugsziel zwischen Lodz (Łódź) und Krakau.
Sulejów liegt in der Woiwodschaft Łódź, etwa 15 km östlich von Petrikau (Piotrków Trybunalski) und rund 60 km von Lodz entfernt. Am einfachsten erreichst du die Abtei mit dem Auto; mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährst du am besten über Petrikau. Das Abteigelände betrittst du von der ul. Opacka aus.
Gegründet wurde die Abtei von Herzog Kasimir II. dem Gerechten, der Mönche aus Morimond in Burgund holte – die Überlieferung nennt 1176, Historiker vermuten eher ein gutes Jahrzehnt später. Einer Legende zufolge verirrte sich der Herzog bei der Jagd in einem Unwetter, gelobte hier eine Kirche zu bauen und wurde von zwölf Löwen zu seinem Gefolge zurückgeführt. Die heutige Kirche Mariä und des hl. Thomas Becket von Canterbury wurde 1232 geweiht.
Die Abtei war ein politischer Ort: 1318 bat eine Versammlung hier den Papst, die Krönung Władysławs I. Ellenlang zu erlauben; später berief Kasimir der Große Landtage nach Sulejów. Władysław Jagiełło kam viermal, auch 1410 – angeblich schärften seine Ritter an den Säulen des Kirchenportals ihre Schwerter. Im 14. bis 17. Jahrhundert entstand der Mauerring mit Basteien. 1819 wurde das Kloster aufgehoben, 1950 entstand im Kapitelsaal ein kleines Museum, und 1986 kehrten die Zisterzienser zurück. Seit 2012 ist die Anlage ein Geschichtsdenkmal (Pomnik Historii) – die höchste nationale Denkmalkategorie Polens.
Nach der Aufhebung verfiel die Anlage lange: Ein Brand 1847 führte zum Abriss des Abtspalastes und eines Teils des Klosters, weitere Schäden brachten beide Weltkriege und ein Kirchenbrand 1923. Auch der Bau des Sulejów-Stausees gefährdete die Mauern der Kirche, weshalb sie ab 1990 umfassend restauriert wurde; 2007 waren die Arbeiten im Wesentlichen abgeschlossen. Heute wirkt der Bau dadurch beinahe wieder so wie im 13. Jahrhundert.
Der Rokoko-Hochaltar stammt von 1788. An den Pfeilern stehen vier frühbarocke Altäre aus schwarzem Marmor mit Alabasterdetails, gestiftet um 1640 von Abt Stanisław Zaremba; hölzerne Löwen aus dem 17. Jahrhundert erinnern an die Gründungslegende. Die reich geschnitzte Orgel (22 Register) besitzt einen Zimbelstern. Im Kapitelsaal zeigt ein Schlussstein vier einander zugewandte Mönchsköpfe, im Kreuzgang tragen die Schlusssteine die Wappen der Jagiellonen. Das wertvollste Stück des Museums ist ein kleiner Dreifaltigkeitsaltar mit gotischen Figuren aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts.
Stand: Oktober 2026 – aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise konnten wir aus keiner offiziellen Quelle bestätigen. Die Kirche ist Pfarrkirche und vor allem rund um die Gottesdienste geöffnet; den Zugang zu Kapitelsaal und Kreuzgang klärst du am besten vorab mit der Pfarrei oder vor Ort. Mauern und Gelände kannst du jederzeit tagsüber ansehen. Plane für Kirche, Museum und einen Rundgang entlang der Mauern 1–1,5 Stunden ein. In den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden der Abtei befinden sich ein Hotel und ein Restaurant – so kannst du sogar innerhalb der Klostermauern übernachten.
Ja, besonders für Freunde der Romanik: Sulejów gehört mit Wąchock, Jędrzejów und Koprzywnica zu den Abteien des 12. Jahrhunderts, die direkt von Morimond aus gegründet wurden, und ist eine der am besten erhaltenen. Wer die Zisterzienserklöster in Deutschland kennt, wird die Verwandtschaft der Bauformen sofort erkennen. Im Winter ist es hier sehr still, die Tage sind kurz und die Kirche kalt – komm am besten vormittags. Im Sommer lohnt sich die Kombination mit dem Stausee Zalew Sulejowski und der Altstadt von Petrikau mit ihrem Königsschloss.
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Geprüft: Oktober 2026