Technikdenkmäler
Łódź
Die Manufaktura in Lodz (Łódź) ist ein riesiges Fabrikareal aus dem 19. Jahrhundert, das zum lebendigsten Treffpunkt der Stadt umgebaut wurde. Auf 27 Hektar roter Backsteinhallen des Baumwollmagnaten Izrael Poznański findest du heute Museen, eine Galerie für moderne Kunst, Kino, Hotel, Hunderte Geschäfte und Restaurants rund um einen großen Platz mit Brunnen. Für viele ist sie die wichtigste Sehenswürdigkeit des modernen Lodz – und ein spannender Einstieg in die Industriegeschichte der Stadt.
Im 19. Jahrhundert wuchs Lodz rasant zur Textilmetropole – eine Stadt, in der Polen, Juden und Deutsche lebten und arbeiteten. Viele Fabrikanten und Fachleute stammten aus deutschen Ländern, und deutsche Familien wie die Scheiblers prägten die Industrie mit. 1835 zog die Familie des Kaufmanns Kalman Poznański nach Lodz. Sein Sohn Izrael Poznański kaufte 1871 die ersten Grundstücke an der Ulica Ogrodowa und begann mit dem Bau eigener Werke. Schon ein Jahr später lief die erste Weberei mit 200 englischen mechanischen Webstühlen, angetrieben von einer Dampfmaschine. Es folgten Spinnerei, Bleicherei, Appretur, ein eigenes Gaswerk, eine Feuerwache, Arbeiterwohnhäuser und ein prachtvoller Palast.
Am Ende seines Lebens wurde Poznańskis Vermögen auf 11 Millionen Rubel geschätzt; 1913 beschäftigte das Werk 7.000 Menschen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Fabrik verstaatlicht und produzierte als „Poltex“ jahrzehntelang weiter, bis sie 1997 in Konkurs ging. 2003 begann die Revitalisierung, am 17. Mai 2006 wurde die Manufaktura eröffnet.
Ja – auch wenn du nicht shoppen willst: Die Manufaktura gehört zu den eindrucksvollsten Umnutzungen alter Industrieareale in Europa. Für einen Bummel reicht eine Stunde, mit Fabrikmuseum, ms² und Palast solltest du einen halben Tag einplanen. Viele Angebote sind überdacht – ideal bei Regen und mit Kindern. Bezahlt wird in Złoty.
Das Gelände und der Marktplatz selbst sind frei zugänglich. Öffnungszeiten und Preise von ms² und Stadtmuseum findest du auf deren Websites.
Lodz liegt in der Mitte Polens, rund 470 Kilometer von Berlin – mit dem Auto meist über die A2 Richtung Warschau. Mit dem Zug reist du am einfachsten über Warschau oder Posen an; von Warschau sind es etwa 1,5 Stunden bis Łódź Fabryczna, von dort rund 2,5 Kilometer bis zur Manufaktura. Straßenbahnen 2, 3, 11A und 11B halten an der Ulica Zachodnia direkt am Areal, außerdem die Buslinien 79, 87A und 87B. Autofahrer finden einen Parkplatz für rund 3.500 Fahrzeuge.
Kombiniere den Besuch mit einem Bummel über die Piotrkowska-Straße, die lange Prachtmeile von Lodz, und mit dem Fabrikviertel Księży Młyn, das eng mit der Fabrikantenfamilie Scheibler verbunden ist.
Teren i rynek ogólnodostępne; galeria handlowa pn–sob 10:00–22:00 (w niedziele niehandlowe zamknięta); restauracje na rynku codziennie 11:00–23:00; Muzeum Fabryki wt–nd 10:00–18:00.
Wstęp wolny na teren Manufaktury; Muzeum Fabryki 18/14 zł, rodzinny 42 zł (z tarasem 22/17/47 zł).
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026