Kirchen & Klöster
Ruda Śląska, Schlesien
Um 1900 verzehnfachte sich die Zahl der Gläubigen in der Pfarrei Kochłowice – die Kohlegruben zogen Tausende Menschen nach Oberschlesien. Das kleine Barockkirchlein von 1806 reichte nicht mehr aus, und so entstand direkt daneben in nur zwei Jahren die doppeltürmige Dreifaltigkeitskirche. Sie steht heute in der ul. ks. Ludwika Tunkla in Kochłowice, einem Stadtteil von Ruda Śląska.
Der Kirchenvorstand erteilte im November 1899 die Baugenehmigung, am 4. Januar 1900 erhielt die Pfarrei das Grundstück. Die Arbeiten begannen am 18. April 1900, am 15. Juli wurde der Grundstein gelegt. Den Entwurf lieferte Ludwig Schneider aus Breslau (Wrocław), die Bauleitung hatte Maurermeister Fedor Wieczorek aus Königshütte, dem heutigen Chorzów. Geweiht wurde die Kirche am 17. Oktober 1902 von Kardinal Georg Kopp.
Die Pfarrei selbst ist viel älter. Die erste Kirche in Kochłowice errichteten Protestanten um 1590; 1629 ging sie an die Katholiken über, 1648 wurde sie Pfarrkirche zur Heiligen Dreifaltigkeit.
Wenige Schritte entfernt steht die frühere Pfarrkirche – ein Barockbau von 1806, gestiftet von Graf Lazarus Henckel von Donnersmarck. Seit 2008 ist sie Heiligtum der Muttergottes von Lourdes, mit einem Hochaltar in Form einer Felsgrotte von 1904. Ihr Turm neigt sich um ganze 60 cm aus dem Lot.
Beide Kirchen lassen sich in einer Stunde besichtigen – beginnen Sie mit der Doppelturmfassade und gehen Sie dann zum älteren Heiligtum hinüber. Für die Dreifaltigkeitskirche allein reichen 20–30 Minuten. Sie ist eine aktive Pfarrkirche, den Innenraum sehen Sie am einfachsten kurz vor oder nach der Messe.
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