Natur
Gdingen, Pommern
Das Steilufer von Orłowo (Klif Orłowski) in Gdynia (dt. früher Gdingen) gehört zu den eindrucksvollsten Naturkulissen der polnischen Ostseeküste: Eine hohe, ständig abbrechende Wand aus Geschiebelehm fällt hier direkt in die Danziger Bucht ab. Darüber wächst ein alter Buchenwald, darunter liegt ein naturbelassener Strand. Wenn du in Danzig oder Zoppot Urlaub machst, ist die Küste bei Orłowo eine der lohnendsten kostenlosen Sehenswürdigkeiten der Dreistadt.
Gdynia ist die nördlichste Stadt der Dreistadt (Trójmiasto) aus Danzig (Gdańsk), Zoppot (Sopot) und Gdynia. Das Kliff bildet die Spitze der Kępa Redłowska, einer bewaldeten Moränenhochfläche im Stadtgebiet. Es liegt im Stadtteil Redłowo, ist aber am besten vom benachbarten Orłowo aus zu sehen, daher der Name. Orłowo hieß auf Deutsch Adlershorst; der Name geht auf ein altes Gasthaus „Adlerhorst“ zurück.
Die Abbruchkante ist rund 650 m lang. Nach Angaben der regionalen Tourismusorganisation erreicht sie an der höchsten Stelle etwa 40 m über dem Wasserspiegel der Bucht. Der nördliche Teil Richtung Hafen ist ein „totes“ Kliff mit alten, bewachsenen Rutschungen. Der südliche Teil ist „aktiv“: Hier unterspült die Brandung die Wand weiterhin, und genau dieser Abschnitt ist das bekannte Fotomotiv.
Das Kliff besteht vor allem aus Geschiebelehm der letzten Eiszeit, durchsetzt von Sand- und Kiesschichten. Am Fuß treten dünne Braunkohleflöze zutage, und am Strand liegen Gerölle aus Granit, Porphyr, Gneis und Quarzit, die Gletscher aus Skandinavien hierher transportiert haben. Dunkle Streifen im Sand sind Anreicherungen von Schwermineralen wie Magnetit und Zirkon.
Stürme nagen ständig am Wandfuß, deshalb weicht das Kliff im Durchschnitt um etwa 1 m pro Jahr zurück. Das Seeamt in Gdynia, das Polnische Geologische Institut und die regionale Umweltdirektion in Danzig haben 2025 vereinbart, den Aufbau des Kliffs mit Bohrungen, geoelektrischen Messungen und LiDAR-Scans genauer zu untersuchen; die Feldarbeiten sind für 2026 geplant.
Oberhalb des Kliffs liegt das Naturschutzgebiet Kępa Redłowska. Es wurde 1938 ausgewiesen, ist knapp 122 ha groß und zählt zu den ältesten Schutzgebieten Polens. Geschützt werden naturnahe Buchenwälder und ein seltener Bestand der Schwedischen Mehlbeere; an den Hängen wächst Sanddorn. Ein markierter Naturlehrpfad mit Infotafeln (auf Polnisch) führt durch den Wald.
Am Nordrand, neben der Badestelle Redłowo, liegt die Polanka Redłowska, eine Picknickwiese, die sich gut als Ausgangspunkt eignet.
Zwei Varianten sind beliebt:
Für die Runde um die Landspitze reichen 45 bis 90 Minuten; mit Seebrücke und Polanka Redłowska wird daraus ein halber Tag. Besonders schön ist es bei Sonnenaufgang.
Lohnt sich der Besuch? Auf jeden Fall, wenn du Natur statt Museum suchst. Halte aber Abstand von der Kante und von frischen Abbrüchen, klettere nicht in der Wand und bleib nicht direkt unter Überhängen stehen: Abbrüche passieren ohne Vorwarnung, vor allem nach Tauwetter und Starkregen.
Stand: Oktober 2026
Die geltenden Regeln des Schutzgebiets (etwa zu Hunden) stehen auf den Tafeln an den Eingängen.
Gleich nebenan liegen die Seebrücke Orłowo und der Strand von Orłowo. Die Innenstadt von Gdynia mit dem Gdingener Aquarium und dem Kościuszko-Platz am Hafen erreichst du mit der SKM in wenigen Minuten, und nach Zoppot kannst du am Strand entlang laufen.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026