Seen & Gewässer
Międzyzdroje (Misdroy), Westpommern
Der Türkissee (Jezioro Turkusowe) auf der Insel Wollin ist ein kleiner See in einem gefluteten Kreidebruch bei Wapnica (früher Kalkofen), mitten im Nationalpark Wollin. An sonnigen Tagen leuchtet das Wasser so intensiv blaugrün, dass man eher an das Mittelmeer als an die Ostsee denkt. Umgeben von Buchenwald und steilen Hängen, ist er eines der schönsten Fotomotive der Region und ein lohnender Abstecher von Misdroy (Międzyzdroje) oder Swinemünde.
Wapnica liegt wenige Kilometer südlich von Misdroy auf Wollin, rund 20 km von Swinemünde und der deutschen Grenze auf Usedom entfernt. Von Berlin sind es Luftlinie etwa 165 km. Am See gibt es einen kostenpflichtigen Parkplatz des Nationalparks (Gebühr an allen Wochentagen). Zu Fuß erreichst du den See von Misdroy über den blau markierten Wanderweg „Nad Bałtykiem i Zalewem Szczecińskim“ Richtung Wollin; Reiseführer nennen etwa 6 km.
Bis zum Zweiten Weltkrieg lieferte der Bruch Kreide für das Zementwerk von Johannes Quistorp im nahen Lebbin (Lubin). Im März 1945 stand das Werk still und wurde nach dem Einmarsch der Roten Armee demontiert; die Grube begann sich mit Grundwasser zu füllen. 1948 nahm man den Abbau wieder auf, 1954 wurde er wegen erschöpfter Vorräte eingestellt. Grund- und Regenwasser füllten das Loch langsam, um 1960 erreichte der Wasserspiegel das Niveau des Stettiner Haffs.
Heute ist der See 6,74 ha groß und bis zu 21,2 m tief. Da der Spiegel nur 2,6 m über dem Meer liegt, reicht der Grund etwa 18,6 m unter den Meeresspiegel.
Das Sonnenlicht wird im klaren Wasser gestreut und vom hellen, kalkreichen Kreideboden reflektiert. Am stärksten wirkt die Farbe bei Sonne und von oben betrachtet; bei bedecktem Himmel erscheint der See dunkler und grüner.
Laut Reiseführern sind Baden und Angeln verboten; die Nationalparkregeln erlauben Schwimmen nur in ausgewiesenen Gewässern. Hunde sind im Nationalpark nicht erlaubt, und du solltest auf den markierten Wegen bleiben.
Der Nationalpark Wollin wurde 1960 gegründet, um Steilküste, Buchenwälder und Seen der Insel zu schützen. An sonnigen Wochenenden ist es an den Aussichtspunkten oft voll. Bitte bleib auf den Wegen und klettere nicht an den Hängen der ehemaligen Grube – sie sind steil, rutschen leicht ab und werden dabei beschädigt. Verwechsle ihn nicht mit türkisfarbenen Industriegewässern in Großpolen (bei Turek und Konin), die teils gesperrt und zum Baden gefährlich sind.
Stand: Oktober 2026
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Geprüft: Oktober 2026