Aussichtspunkte
Władysławowo, Pommern
Der bekannteste Aussichtspunkt von Władysławowo ist der Turm eines sozialistisch-realistischen Hotels für Fischer, in dem heute der Bürgermeister residiert. Das Fischerhaus (Dom Rybaka) in der ul. Hallera 19 hat zwei Aussichtsterrassen auf 45 und 63 m über dem Meeresspiegel; von oben sehen Sie die Stadt, den Hafen, die Ostsee, die Putziger Wiek und die Halbinsel Hela. Das Gebäude prägt die Silhouette der Stadt und ist der beste Orientierungspunkt – den Turm sieht man von fast jeder Straße.
In den 1950er-Jahren waren in Władysławowo ein großer Fischereihafen und ein Fischverarbeitungszentrum geplant. Auf Initiative des Schifffahrtsministers Mieczysław Popiel begann man daher auf der Küstenböschung mit dem Bau eines Hotels für Fischer und Seeleute. Die Arbeiten liefen ab 1953, eröffnet wurde das Haus im Juni 1957 mit 150 Betten. Nach seinem Initiator hieß es „Popielówka“, der Turm scherzhaft – in Anspielung auf den Mäuseturm in Kruszwica – „Popiel-Turm“.
Es war bereits das zweite Fischerhaus der Stadt. Das erste, benannt nach General Gustaw Orlicz-Dreszer, wurde 1938 in der ul. Niepodległości 16 eröffnet; später war dort das Kino „Albatros“, heute das Hotel Titanic. Das Gebäude in der Hallera-Straße steht im kommunalen Denkmalverzeichnis und beherbergt heute das Rathaus und weitere Einrichtungen.
Der Spitzname „Popiel-Turm“ ist ein doppelter Scherz: Der sagenhafte Fürst Popiel soll in einem Turm in Kruszwica umgekommen sein, und hier verdankte man den Turm einem gleichnamigen Minister. Das Hotel entstand, als Władysławowo noch um seinen Hafen herum wuchs – die Stadtrechte erhielt der Ort erst 1963.
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