Museen
Gdingen, Pommern
Die Dar Pomorza ist ein dreimastiges Vollschiff im Hafen von Gdynia (Gdingen), festgemacht am Südmole direkt beim Skwer Kościuszki. In Polen heißt sie liebevoll „Weiße Fregatte“. Jahrzehntelang bildete sie Offiziere der Handelsmarine aus, seit den 1980er-Jahren ist sie Museumsschiff des Nationalen Meeresmuseums in Danzig (Gdańsk). Für Besucher aus Deutschland ist sie besonders spannend: Das Schiff lief einst in Hamburg vom Stapel.
Gebaut wurde das Schiff 1909 bei Blohm & Voss in Hamburg, am 12. Oktober 1909 lief es vom Stapel. Es entstand als Schulschiff „Prinzess Eitel Friedrich“ für den Deutschen Schulschiff-Verein, benannt nach Sophie Charlotte von Oldenburg, der Frau des preußischen Prinzen Eitel Friedrich. Nach dem Ersten Weltkrieg ging es als Reparation an Frankreich, wo es kaum genutzt wurde.
1929 kaufte Polen das Schiff für die Seefahrtsschule in Gdynia – bezahlt mit Spenden aus der Region Pommern, daher der Name Dar Pomorza („Geschenk Pommerns“). Der Kaufpreis betrug 7000 Pfund Sterling. Nach einer Überholung in Dänemark erreichte es im Juni 1930 Gdynia.
Unter polnischer Flagge absolvierte die Dar Pomorza 102 Ausbildungsfahrten, bildete über 13.000 Kadetten aus und legte rund eine halbe Million Seemeilen zurück. 1934/35 umrundete sie als erstes polnisches Handelsschiff die Welt, 1972 gewann sie das Cutty-Sark-Regattarennen der Großsegler – vor der deutschen „Gorch Fock“. Die letzte Reise endete im September 1981, 1982 übernahm das Museum das Schiff. Nicht verwechseln: Die „Dar Młodzieży“ ist das aktive Nachfolgeschiff der Seefahrtsuniversität.
Die Ausstellung verteilt sich auf vier Decks: Kapitänssalon mit Erinnerungsstücken von Reisen und Regatten, Offiziersmesse, Schiffslazarett, Steuerstände und Maschinenraum. An Deck sind Steuerrad, Maschinentelegraf und Takelage zu sehen. Eine Kabine erinnert an Kapitän Karol Olgierd Borchardt, einen in Polen bekannten Autor von Seefahrtsbüchern. Die Beschriftungen sind polnisch und englisch, sodass du auch ohne Polnischkenntnisse gut zurechtkommst.
Eckdaten: rund 81,5 m Länge über alles, Masthöhe etwa 41 m, rund 2100 m² Segelfläche; 2019 kamen über 125.000 Besucher.
Ein Rundgang dauert im Schnitt etwa 40 Minuten. Private Fotos sind ohne Blitz und Stativ erlaubt. Achtung: Die Treppen sind steil (rund 45 Grad), die Schwellen hoch und die Gänge eng. An Bord gibt es keine Toiletten und keine Garderobe. Rollstuhlfahrern hilft die Crew nach Möglichkeit über die Gangway aufs Hauptdeck; die unteren Decks sind nicht barrierefrei.
Am ruhigsten ist es an Wochentagen am Vormittag. An Sommerwochenenden kann es an der Gangway Wartezeiten geben, und bei vollem Schiff stoppt die Crew den Einlass kurzzeitig oder teilt große Gruppen. Im Herbst und Winter solltest du dich warm anziehen: Der Großteil des Rundgangs führt zwar durchs Schiffsinnere, auf dem offenen Deck weht aber der Seewind. Wer auch Danzig besucht, spart mit dem Kombiticket „Statki“, das zusätzlich den historischen Dampfer „Sołdek“ an der Mottlau (Motława) einschließt. Kinder begeistern sich meist für Steuerrad und Maschinenraum – wegen der steilen Treppen sollten Eltern kleine Kinder aber gut im Blick behalten.
Vom Bahnhof Gdynia Główna gehst du etwa 20 Minuten (1,6 km). Die nächste Bus- und O-Bus-Haltestelle heißt Skwer Kościuszki – InfoBox (rund 10 Minuten zu Fuß). Aus Danzig fährt die S-Bahn SKM in etwa einer halben Stunde nach Gdynia, vom Danziger Flughafen (rund 23 km) gibt es Züge der PKM. Parken kannst du gebührenpflichtig an der al. Jana Pawła II, im Parkhaus Sea Towers oder in der Tiefgarage unter dem Plac Grunwaldzki.
Gleich nebenan liegt der Zerstörer ORP Błyskawica (bis 31.03.2027 geschlossen), am Ende der Mole das Aquarium von Gdynia. Wenige Gehminuten südlich beginnt der Strandboulevard mit dem Stadtmuseum und dem Marinemuseum. Über den Skwer Kościuszki erreichst du die modernistische Innenstadt, seit 2026 UNESCO-Welterbe. Lohnt sich der Besuch? Für alle, die alte Segelschiffe mögen, auf jeden Fall – zumal sich hier deutsche und polnische Seefahrtsgeschichte auf einem einzigen Rumpf begegnen. Zusammen mit dem Rundgang durch die Moderne von Gdynia und einem Blick auf den Zerstörer nebenan ergibt das einen abwechslungsreichen halben Tag.
Zeiten gültig bis 31. Oktober 2026
Do 31.10.2026: wt.–nd. 10:00–17:00, poniedziałki nieczynne; kasa i ostatnie wejście 60 min przed zamknięciem; grafik zimowy od listopada na nmm.pl.
Bilet normalny 28 zł, ulgowy 17 zł; Karta Dużej Rodziny 20/12 zł; karnet „Statki” (Dar Pomorza + Sołdek) 40/25 zł (ceny ważne do 31.12.2026).
Statek-muzeum „Dar Pomorza”, Nabrzeże Pomorskie, al. Jana Pawła II, 81-345 Gdynia
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Geprüft: Oktober 2026